Schulprogramm - Schwerpunkt: Unterricht

Individuelle Förderung

Einer der beiden Eckpfeiler des neuen Schulgesetzes ist die Individuelle Förderung. Ziel des pädagogischen Handelns muss es deshalb sein, jedes Kind nach seiner Begabung zu fördern.

Individuelle Schülerbetreuung und -förderung

In der Schuleingangsphase (Klassen 1 und 2) fördern wir zusätzlich zu den Fördermaßnahmen im Klassenunterricht alle Kinder in vielen Kleingruppen nach ihren individuellen Bedürfnissen. Dazu wurden an unserer Schule umfangreiche Förderpläne erarbeitet, die die Maßnahmen für jedes Kind dokumentieren.
Möglich ist dies an unserer Schule durch die Zuweisung einer zusätzlichen Lehrerstelle und einer Sozialpädagogin.

Beispiele für solche Fördermaßnahmen sind:

  • Wahrnehmungsschulung
  • Aufbau sozialer Kompetenzen
  • Hinführung zu eigenverantwortlichem Arbeiten
  • Sportförderung
  • Leseförderung
  • Trainieren mathematischer Grundfertigkeiten.

In den Klassen 3 und 4 nutzen wir offene Unterrichtsformen um Schülerinnen und Schülern differenziertes Lernen zu ermöglichen. So kann jedes Kind entsprechend seiner Möglichkeiten an einem Thema arbeiten. Auch für diese Klassenstufen gibt es zusätzlich noch die Förderung in Kleingruppen.

Beispiele für diese Förderung sind:

  • Sprachförderung (Lesen, Rechtschreiben, Wortschatzerweiterung)
  • Trainieren mathematischer Grundfertigkeiten

und verschiedene Arbeitsgemeinschaften wie

  • Musical
  • Tanz
  • Flöten
  • Internet
  • Fußball
  • Basketball

Durch diese Fördermaßnahmen können wir jedes Kind auf seinem Weg zum selbständigen und sozialen Lernen unterstützen. So können Kinder persönliche Stärke aufbauen und sich im wandelnden sozialen Gefüge behaupten.

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Lesekompetenz

Wenn Kinder anfangen zu lesen, erschließt sich ihnen eine neue Welt: durch das Entschlüsseln von geschriebenen Botschaften werden sie Teilnehmer einer Gesellschaft, die es möglich macht, sich mit Informationen und Wissen aller Art selbständig zu versorgen. Fragt man Kindergartenkinder, was sie in der Schule alles lernen wollen, hört man zu 80% als erste Antwort: Das Lesen! Das erste Lesen eines "ganzen" Buches - und sei es auch noch so gering vom Leseumfang her - macht stolz und erst so richtig das "Schulkind" aus. Woran liegt es dann, dass die Lesemotivation bei einem Teil der Kinder so schnell nachlässt und immer wieder auf die vielfältigsten Arten geweckt werden muss?

Unseren Beobachtungen nach fehlt vielen unserer Schülerinnen und Schülern im häuslichen Bereich die Vorbildfunktion. Wo Eltern nie oder nur selten selbst ein Buch in die Hand nehmen, entwickeln Kinder auch nicht das Bedürfnis dies zu tun. Auch das für so viele Bereiche wichtige Vorlesen kennen manche Kinder höchstens aus dem Kindergarten, nicht aber von den eigenen Eltern.

Schule bekommt deshalb ein immer größeres Aufgabenfeld um "Lesen" als Basiskompetenz zu vermitteln und zu erhalten. An unserer Schule sollen Aufbau von Lesemotivation und kontinuierliche Leseförderung gemäß der Leitidee des neuen Lehrplanes Deutsch "Entwicklung einer Lese-Schreib-Kultur" durch "genießendes" und durch "interessegeleitetes" Lesen erfolgen. In diesem Sinne ergreifen wir folgende Maßnahmen im täglichen Unterricht:

a) Tägliche gemeinsame Lesezeiten sind die Regel. Sie erfolgen in unterschiedlicher Form und haben unterschiedliche Ziele. Der Zeitrahmen ist den einzelnen Jahrgangsstufen angepasst.

  • Stufe A: Vorlesen durch Lehrperson oder einzelne Schüler, auch ältere Schüler
  • Stufe B: Differenziertes individuelles Lesen mit Leseheften oder einzelnen Texten oder Büchern
  • Stufe C: Gemeinsames Lesen eines Textes mit Fragestellungen zum Leseverständnis
  • Stufe D: Verschriftlichte Aufträge, die selbständiges Handeln ermöglichen


b) Regelmäßiges Lesen von Ganzschriften, Teilnahme am "Floh-Lesen" oder der "Lese-WM", Stolperwörterlesetests, klasseninterne Lesewettbewerbe mit Verleihung eines Lesepasses, "Ferienlesen" und ähnliches finden in den Jahrgangsstufen nach Absprachen statt.

c) Lesehausaufgaben werden regelmäßig und in verschiedenen Formen gestellt und auch kontrolliert wie z.B. üben eines Textes um ihn angemessen vortragen zu können, lesen eines Textes um Fragen beantworten zu können, Lesemalblätter, … Dadurch sollen auch Eltern in die Leseförderung ihrer Kinder miteinbezogen werden.

Leseförderung erfolgt auch in äußerer Differenzierung. Klassenübergreifend werden die Kinder in unterschiedliche Lesefähigkeitsstufen eingeteilt und angemessen an ihr Leseniveau gefördert.
Eine wöchentlich stattfindende Vorlesestunde in der OGS kann bestimmten Kindern den Genusscharakter des Lesens und Vorlesens vermitteln und Lesemotivation wecken.
Die Teilnahme am "Lesen mit Antolin" soll im Laufe ihrer Grundschulzeit allen unseren Schülern ermöglicht werden. Das selbständig Lesen von altersgerechten Büchern (vom Umfang und Schwierigkeitsgrad unterschiedlich) und das online-gesteuerte Beantworten von Verständnisfragen dazu wecken starke Lesemotivation und überprüfen beständig die individuelle Lesefähigkeit. Eine entsprechende Würdigung durch eine Urkunde oder einen Vermerk auf dem Zeugnis tun ein Übriges.
Die schuleigene Bücherei mit wöchentlichem Ausleihmodus bietet besonderen Anreiz in vertrauter Umgebung selbständig und eigenverantwortlich Bücher auszuleihen.
Schließlich macht die jährlich wiederkehrende Teilnahme am "Leselöwenwettbewerb" einiger weniger allen Kindern deutlich: eine gute Leseleistung findet Anerkennung auch außerhalb der eigenen Schule und wird belohnt.

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Rechtschreibkompetenz

Mit dem neuen Lehrplan ist intendiert, dass die Rechtschreibkompetenz eines Kindes Grundlage für seine Benotung werden soll. Damit liegt das Ziel des Rechtschreibunterrichts darin, selbständige und kompetente Rechtschreiber auszubilden.

Trotz des neuen Lehrplans stellen wir für unsere Schule fest, dass die freien Texte der Kinder für die Beurteilung der Rechtschreibleistung nicht ausreichend sind. Der Textumfang und der aktive Wortschatz sind bei vielen Kindern eher gering. Deshalb erweitern wir die Bewertungsgrundlagen. Die folgende Aufstellung dient als Orientierung, welche Rechtschreibleistungen der Kinder benotet werden. Sie beginnt mit einem Anforderungsprofil, das Kinder in der Schuleingangsphase bewältigen können, und steigert sich zu hohem Anforderungsprofil (Ende Klasse 4), in dem selbstverantwortliche Rechtschreibkompetenzen gefordert werden.

  • Der Diktattext wird geübt und anschließend diktiert.
  • Der Diktattext wird geübt und im Diktat werden die Sätze umgestellt.
  • Lernwörter werden geübt, aus denen ein Diktattext entwickelt und diktiert wird.
  • Ein Rechtschreibphänomen wird geübt; passend dazu gibt es eine Überprüfung. Dies kann in Form von Abschreibtexten mit Lücken bis hin zu Diktaten gestaltet werden.
  • Kombination aus einen diktiertem Text, in dem die Lernwörter vorher geübt wurden und Sätzen, die die Kinder zum Thema frei ergänzen und rechtschriftlich überprüfen sollen.
  • Eigene Texte der Kinder, die sie nach inhaltlicher Überarbeitung zudem rechtschriftlich überprüfen sollen unter Nutzung der bis dahin eingeführten Rechtschreibregeln.


Durchgängig und unabhängig vom Anforderungsprofil werden die Bemühungen und die Motivation der Kinder im Bezug auf ihre individuelle Rechtschreibleistung bewertet. Dies zeigt sich z.B. darin

  • wie gewissenhaft ein Kind mit der Lernbox arbeitet.
  • ob es zur Überprüfung von Wörtern die Wörterliste bzw. das Wörterbuch heranzieht.
  • wie gewissenhaft es Techniken zum Abschreiben, Vergleichen und Korrigieren anwendet.
  • wie wichtig es ihm ist erlernte Rechtschreibregeln anzuwenden.


Auf diese Weise können Kinder das Rechtschreiben in einem eigenaktiven, durch Beispiel, Reflektion und Anleitung unterstützten Prozess lernen.

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Sprachunterricht in mehrsprachigen Lerngruppen

Ein überwiegender Teil der Schüler und Schülerinnen kommt mit verfestigten, fehlerhaften grammatikalischen Strukturen in die Schule. Dass viele Kinder in unserem Bildungssystem beim Erwerb der Schriftsprache scheitern, liegt u.a. an mangelnden didaktischen Konzepten. Herkömmlicher Grammatikunterricht schafft kaum Abhilfe und entmutigt Schüler und Schülerinnen beim Schreiben eigener Texte. Neue Wege sind notwendig, um ihnen mehr Sicherheit im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch zu geben und sie somit in ihrer Sprachkompetenz zu stärken.

Frau Dr. Belke, langjährige Sprachwissenschaftlerin an der Uni Dortmund, schuf auf einer Fortbildungsveranstaltung an unserer Schule die Grundlagen für das Beschreiten neuer Wege durch systematische Sprachvermittlung für Kinder in mehrsprachigen Lerngruppen. "Das "generative Schreiben" als ein Schreiben auf der Basis vorgegebener poetischer Texte ist eine Methode, schriftsprachliche Strukturen, die die Kinder nicht von selbst erwerben wie z.B. die Nominalflexion, gezielt zu üben. Poetische Texte lenken die Aufmerksamkeit des Kindes auf die Sprache und fördern so das Bewusstmachen sprachlicher Strukturen."(Belke, Gerlind: Interlanguage oder Fossilierung?, in: Grundschule 3/2005)

So haben wir uns zum Ziel gesetzt fehlerhafte Sprachstrukturen - wie sie bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache aber auch als Muttersprache vorkommen - durch eine neue Form des Grammatikunterrichts aufzubrechen. Er wird regelmäßig durch Gedichte, Lieder und gemeinsames rhythmisches Sprechen angereichert. Zudem sollen Schreibanlässe für die Kinder angeboten werden, die ihnen durch Beispiele und Muster aus der Literatur Umsetzungshilfen geben. Auf diese Weise können auch schreibschwache Kinder Sicherheit darin bekommen, eigene interessante Texte zu verfassen. Die KollegenInnen arbeiten im Laufe eines Jahres Unterrichtsmodelle aus, die dann einen Fundus für alle vier Schuljahre bieten. Jährliches Evaluieren mit Blick auf die Sprach- und Schreibkompetenz unserer SchülerInnen gibt uns die entsprechende Rückmeldung zum Einsatz dieser Methode.

Beispiel aus Jahrgangsstufe 1:
"Weihnachtsbäckerei": Üben von Zahlwörtern, Beugung des Verbs "essen", üben von Possessivbegleitern anhand von Bildsituationen und entsprechenden Handlungen.

Beispiel aus Jahrgangsstufe 2:
"Katzentanz": Üben der Nominalflexion durch Austausch von Nomen mit unterschiedlichem Geschlecht und dadurch Entstehen eigener Poesie anhand der vorgegebenen Struktur.

Beispiel aus Jahrgangsstufe 3:
"Mäuseversteckspiel": Üben der Nominalflexion mit Präpositionen im Dativ und Akkusativ durch Umschreiben und Umdichten eines Textes

Beispiel aus Jahrgangsstufe 4:
Kinder lieben Reime!:"Geschichte vom fliegenden Robert", "Meine Schwester", "Mein Vater", Warum sich Raben streiten" , "Wir" u.a.: Verändern von Personen und Personalpronomen, auch von Inhalten, Entwickeln eigener poetischer Texte.

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Mathematische Kompetenzen

Im Mathematikunterricht der Grundschule muss es darum gehen, gesicherte Grundlagen zu schaffen, mit denen die Kinder in den folgenden Schuljahren aufbauend weiterarbeiten können. Damit unsere Schülerinnen und Schüler mathematische Kompetenzen wie sie die neuen Richtlinien und Lehrpläne benennen, erwerben können, haben wir uns auf einige wichtige Grundsätze verständigt:

  • Der Unterricht muss seine klar festgelegten Lernziele für die Kinder transparent machen, um ihnen zu verdeutlichen, was und warum sie bestimmte mathematische Inhalte lernen.
  • Pflichtaufgaben und konkrete Aufgabenerfüllung gehören deshalb zur täglichen Routine.

Der Unterricht orientiert sich an den von uns festgelegten Mindestanforderungen, darüber hinausgehende Angebote gehören zur täglichen Unterrichtspraxis.

  • Lehrerzentrierte und offene Unterrichtsformen wechseln sich ab.
  • Mathematikunterricht muss es Kindern ermöglichen, sich kreativ zu verhalten, eigene Lösungswege zu finden, lernen zu mathematisieren und zu argumentieren und schließlich Vereinbarungen zu treffen.


Der Mathematikunterricht in der Schuleingangsphase orientiert sich stark am individuellen Lern- und Leistungsstand der Kinder. Er muss deshalb in weiten Teilen von offenen Unterrichtsformen geprägt sein, die differenzierende Maßnahmen ermöglichen und das eigenverantwortliche Lernen der Kinder fördern und fordern. Regelmäßige Diagnostik gibt Kind und Lehrkraft Aufschluss über den jeweiligen Lernstand und zeigt weitere Lernschritte auf. Durch klassenübergreifende Förderung im Lernstudio versuchen wir größere mathematische Defizite auszugleichen.
In den Klassen 3 und 4 orientiert sich der Mathematikunterricht an den von der Kultusministerkonferenz formulierten Bildungsstandards. Hier ist es uns trotzdem wichtig, die Kinder nicht aus den Augen zu verlieren, die in Teilbereichen Schwächen aufweisen. Für diese Kinder sind auch hier die aufgestellten Mindestanforderungen Basis. Sie hierin zu stärken, um eigenes Vertrauen in die Mathematik zu finden, ist ein großes Anliegen. Der Unterricht ist so konzipiert, dass Lernen in Zusammenhängen möglich ist. Das bedeutet zum einen, mathematische Begriffe und Operationen mit der Lebenswirklichlichkeit der Kinder zu verbinden. Die Mathematik ist nicht isoliert zu begreifen. Die Umwelt hilft Kindern, sich die Mathematik zu erschließen und die Mathematik hilft ihnen ebenso die Umwelt zu begreifen. Zum anderen bedeutet lernen in Zusammenhängen, dass Kinder herangeführt werden, Strukturen der Mathematik zum Finden und Begründen von Mustern und Beziehungen zu nutzen. Der Unterricht muss aber auch Räume schaffen zum Üben und Festigen von Grundrechenarten. Denn diese sind die Voraussetzung für die oben genannten Ansprüche.