Schulprogramm - Schwerpunkt: Soziales Miteinander
- Erziehungskonzept
- Persönlichkeitsstärkung
- Interkulturelles Zusammenleben
- Elternarbeit
- Pädagogische Teamarbeit
Erziehungskonzept für unsere Schule
An einer Schule stoßen oft unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung aufeinander. Manchmal meinen Eltern auch, Erziehung sei vornehmlich die Aufgabe der Schule. Wir meinen: Voraussetzung für eigenverantwortliches und somit erfolgreiches Lernen ist ein Miteinander, das von Respekt und fairem Umgang geprägt ist. Deshalb haben wir ein gemeinsames - für Lehrer, Eltern und Kinder verbindliches - Erziehungskonzept entwickelt. Es enthält Vereinbarungen und Regeln, an die sich alle halten müssen. Bei Nichteinhalten haben wir uns auf ganz bestimmte Konsequenzen und Maßnahmen geeinigt. Wenn auch alle Eltern uns in den Bemühungen um das Erreichen dieser Erziehungsziele unterstützen, kann es gelingen, dass höflicher, respektvoller und freundlicher Umgang miteinander eine S elbstverständlichkeit an unserer Schule sind.
Um uns auf das Thema Erziehung kollegiumsintern einzustellen, fand eine schulinterne Fortbildungsveranstaltung zu dem Thema "Jetzt reicht`s - Kinder brauchen Erziehung!" mit Frau Gabriele Kreter in unserer Schule statt. Diese interne Auseinandersetzung war wichtig um die unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen in Bezug auf Erziehung im Kollegium zu analysieren, gegenseitig zu akzeptieren und eine gemeinsame Basis zu schaffen. Nur unter dieser Voraussetzung schien es uns möglich, ein gemeinsames - für Lehrer, Eltern und Kinder verbindliches - Erziehungskonzept zu entwickeln. Darüber hinaus stellte uns Frau Kreter mehrere Ansatzmöglichkeiten von Regeln und Maßnahmen vor, auf die man zurückgreifen kann.
Damit Kinder gut lernen und Lehrer gut unterrichten können und alle gut miteinander auskommen an unserer Schule, gelten folgende Regeln:
3 Hauptregeln
- Jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen.
- Jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.
- Jeder muss die Rechte des anderen respektieren.
10 Regeln, die jeder einhalten muss
- Ich bin ruhig, wenn andere sprechen.
- Ich melde mich, wenn ich etwas sagen möchte.
- Ich warte, bis ich aufgerufen werde.
- Ich spreche höflich und beleidige niemanden.
- Ich gehe rücksichtsvoll mit anderen um.
- Ich befolge die Anweisungen des Lehrers oder der Lehrerin.
- Ich esse und trinke in den Pausen und wenn der Lehrer oder die Lehrerin es erlaubt.
- Ich erscheine pünktlich zum Unterricht.
- Ich nehme mein Käppi oder meine Mütze ab und ziehe meine Jacke aus.
- Ich achte das Eigentum anderer.
Maßnahmenkatalog bei Nichteinhalten der oben genannten Regeln
Voraussetzung für gelingende Konfliktbewältigung sind kontinuierliche und umfassende Information und Sensibilisierung der Kinder und Eltern hinsichtlich der Erziehungsziele. Erste Maßnahmen bei jedweder Art von Regelverstößen sind erzieherische Einwirkungen der Pädagogen in Form von Ermahnungen, Einzel-, Zweier- oder Gruppengesprächen zur Klärung der Konfliktlage mit sich anschließenden Auflagen wie z.B. das Verfassen eines Entschuldigungsbriefes usw. Die jeweiligen Toleranzgrenzen mögen dabei variieren, orientieren sich aber an Absprachen des Kollegiums. Sind Regelverstöße schwererer oder wiederholter Art, wird mit dem jeweiligen Kind eine Konfliktberatung durchgeführt. Im Zweiergespräch mit der Konfliktberaterin (2 bis 3 Lehrerinnen sind damit besonders vertraut) reflektiert es sein Verhalten und hält es schriftlich auf dem dafür entwickelten Formblatt fest. Es wird eine Vereinbarung getroffen, die ebenfalls verschriftlicht wird. Die Eltern nehmen durch ihre Unterschrift davon Kenntnis und wirken in angemessener Weise erzieherisch auf ihr Kind ein. Sie unterstützen ihr Kind beim Einhalten der getroffenen Vereinbarung. Auf diese Weise kann sich ein sinnvolles Zusammenwirken der Erziehenden zum Wohle des Kindes ergeben.
Wenn die aufgeführten Maßnahmen auf Dauer nicht zu positiver Verhaltensänderung führen können, finden Klassenkonferenzen zum jeweiligen Verhalten eines Kindes statt. Dadurch greift eine Reihe von Ordnungsmaßnahmen wie sie in § 53 SchulG beschrieben sind.
"Die Erziehung von Kindern ist eine kreative Aufgabe, eher eine Kunst als eine Wissenschaft."
Bruno Bettelheim
Persönlichkeitsstärkung
Begründungszusammenhang:
Kinder benötigen zum Aufbau eines starken Selbstbewusstseins und Durchsetzungsvermögens gezielte Unterstützung und Förderung ihrer Fähigkeiten. Wertschätzung und Akzeptanz sollen im täglichen Umgang miteinander verstärkt werden, zumal in anderen Kulturkreisen hier eine besonders starke Rollenzuweisung erfolgt.
Hieraus ergeben sich inhaltliche Schwerpunkte für unsere Arbeit:
Kinder werden mit Situationen konfrontiert,
- in denen sie sich besser kennen und akzeptieren lernen können und daraus ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln können,
- in denen sie eigene und die Grenzen anderer erkennen und akzeptieren lernen können,
- die sie kommunikations- und konfliktsfähig machen sollen, jeweils dem Alter und Entwicklungsstand der Kinder entsprechend.
Organisation:
Zusätzlich zu der im täglichen Unterricht stattfindenden Persönlichkeitsstärkung gibt es nach Absprache in der Lehrerkonferenz verschiedene Angebote in den einzelnen Jahrgangsstufen. Dabei werden wir durch außerschulische Partner, die seit vielen Jahren in unserer Schule Projektarbeit leisten, unterstützt.
Jahrgangsstufe 1:
- Josefsgeschichte zum Thema "Ausgrenzung" - Kirche
- "Nein-Sagen" trainieren - Polizei
Jahrgangsstufe 2:
- Maßnahmen zur Ersten Hilfe erlernen - DLRG
- Brandschutzverhalten - Feuerwehr
Jahrgangsstufe 3:
- "Nein-Sagen" trainieren - Polizei
- Klettern an der Kletterwand der Hauptschule West
- Rollenverständnis Jungen und Mädchen - Schule
Jahrgangsstufe 4:
- Suchtprävention - Blaues Kreuz
- Ringen und Wellness - Private Kontakte
Für alle Jahrgangsstufen:
- Abenteuerparcours in der Turnhalle zum Thema "Mut tut gut"
Laut Fortbildungskonzept unserer Schule soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Lehrkraft im Bereich des Selbstsicherheitstrainings ausgebildet werden um ein regelmäßiges Angebot sicherstellen zu können.
Ergebnisevaluation:
Einmal jährlich findet in der Lehrerkonferenz ein Erfahrungsaustausch statt, wobei geprüft werden soll, ob die Angebote in den unterschiedlichen Jahrgangsstufen angemessen waren und in welcher Form sie noch ausgebaut werden können.
Interkulturelles Lehren und Lernen
An unserer Schule leben und lernen Kinder, deren Familien aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen. Interkulturelles Lehren und Lernen fließt in viele Unterrichtsbereiche ein und wir wollen damit Neugier aufeinander wecken, Toleranz üben und Verständigungsbereitschaft schaffen, so dass die Gleichwertigkeit der Kulturen von allen akzeptiert wird.
Interkulturelle Kompetenz ist weniger eine herkunftsgebundene als eine personengebundene Kompetenz. Grundlagen dafür sind die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler und die Entwicklung von Handlungskompetenz.
Wir machen es uns zum Ziel sozial verantwortliche Persönlichkeit auszubilden. Dabei ist uns bewusst, dass interkulturelles Lernen eng vernetzt ist mit verschiedenen Bereichen des sozialen Lernens.
Unter dem Schulprogrammpunkt „Persönlichkeitsstärkung“ sind schon viele Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung benannt und Maßnahmen in den einzelnen Schuljahren festgelegt. Im Bereich „Interkulturelles Lehren und Lernen“ werden noch weitere Schwerpunkte gesetzt:
Klasse 1: Bedeutung von Namen, Aussprache von Namen, Begrüßungen in verschiedenen Sprachen
Klasse 2: Essen in verschiedenen Kulturen
Klasse 3: Im Rahmen des Sachunterrichtsthemas „Schwelm: Stadtbild erkunden“: Gemeinsamer Besuch von Kirche und Moschee
Klasse 4: Im Rahmen des Sachunterrichtsthemas „ Brauchtum“ : Feste und deren Bedeutung
Zur Entwicklung von Handlungskompetenz sind uns u. a. wichtig:
- nachfragen, Gespräche suchen
- offen und vorurteilsfrei auf andere zugehen
- Konflikte mit Worten lösen
Das interkulturelle Miteinander soll weiterhin gefördert werden durch Projekttage, z.B. türkischer, russischer oder arabischer Tag, durch das Singen in verschiedenen Sprachen, das Einüben von Volksliedern und Volkstänzen und das Kochen (mit Eltern). Dabei – wie auch bei allen anderen schulischen Veranstaltungen - ist uns insbesondere wichtig, fähige Eltern aller Kulturen mit einzubinden.
Elternarbeit
Elternhaus und Schule stehen in der Verantwortlichkeit für die Erziehung und Bildung der Kinder. Deshalb ist es mehr als wünschenswert, dass beide Seiten vertrauensvoll zusammenwirken, denn das ist die Voraussetzung für eine fördernde, pädagogische Arbeit.
Ziel der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrkräften muss es deshalb sein, die Verantwortung für die optimale Lehr-, Lern- und Lebensgestaltung der Kinder gemeinsam zu tragen und sich darin gegenseitig zu unterstützen.
Effektive Elternarbeit erfordert regelmäßigen Kontakt zwischen Schule, Kindern und Elternhaus aus alltäglichen und erfreulichen Anlässen.
So können sich alle kennen lernen und Vertrauen aufbauen. Der Schulanfang hat deshalb eine Schlüsselfunktion. Eltern erleben Schule neu, nicht mehr aus der eigenen Sicht eines ehemaligen Schülers, sondern sie werden zu wichtigen Ansprechpartnern für die Lehrkräfte.
Eltern, die sich mit der Schule ihres Kindes identifizieren und sich zugehörig fühlen, werden sich auch am Schulleben unterstützend beteiligen, sich in Gremien engagieren und der Schule in Verhandlungssituationen mit dritten den Rücken stärken.
Wir wünschen uns einen regelmäßigen Informationsaustausch, der von beiden Seiten ausgeht. Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang miteinander sind die Basis für das Angehen von Problemsituationen und das Erreichen akzeptabler Lösungen. Erfolgreiche Elternarbeit schließt Lern- und Erziehungskooperation zwischen Schule und Elternhaus ein. Wir erwarten von Eltern eine Begleitung des Zeitmanagements und der außerschulischen Aktivitäten ihrer Kinder, elterliches Interesse an allem Schulischen und den Fortschritten ihrer Kinder, sowie die Wertschätzung von Lernen, Bildung und Selbstdisziplin.
Eltern können sich an unserer Schule in unterschiedlichen Bereichen einbringen. Sie wirken mit den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule zu erfüllen, indem sie sich in den schulischen Gremien Klassenpflegschaft, Schulpflegschaft und Schulkonferenz engagieren.
Neben der Mitorganisation und Mithilfe bei regelmäßig wiederkehrenden schulischen Veranstaltungen wie z.B. dem Spiel- und Sportfest, dem Trödelmarkt und Tag der Offenen Tür, dem Martinszug, usw. organisieren die Eltern zusammen mit der Schulleitung den Lotsendienst, die Schulbücherei und den wöchentlichen gesunden Pausensnack.
Ebenso werden Klassenausflüge und besondere Unterrichtsangebote, z.B. backen und kochen, basteln, experimentieren von Eltern begleitet. So haben diese vielfältige Möglichkeiten Einblicke in den Schulalltag zu gewinnen und diesen auch mitzugestalten.
Pädagogische Teamarbeit
Das Miteinander der an einer Schule arbeitenden Personen hat einen besonderen Stellenwert im Schulalltag und prägt das Bild dieser Schule nach außen und nach innen.
Die Richtlinien von 2008 benennen die Verantwortlichkeiten der Lehrerinnen und Lehrer im Hinblick auf Unterrichtsinhalte und– methoden, auf erzieherische Aufgaben, die Gestaltung des Schullebens, die Kooperation mit den Eltern und allen anderen Partnern der Schule und somit auf die Schulentwicklung im Interesse der Qualität schulischer Arbeit. Um all diese Aufgaben erfüllen und eine systematische Schulentwicklung umsetzen zu können, ist eine professionelle Kooperation der Lehrerinnen und Lehrer untereinander, d.h. die „pädagogische Teamarbeit“ von großer Bedeutung (Richtlinien und Lehrpläne 2008, S.18). Voraussetzungen, um die schulische Arbeit nachhaltig zu verbessern, sind die pädagogische Führung der Schule, der kollegiale Diskurs, gemeinsame Fortbildungen, wechselseitige offene Informationen und die Bereitschaft, den Kolleginnen und Kollegen Einblick in den eigenen Unterricht zu ermöglichen (ebd.)
An unserer Schule findet pädagogische Teamarbeit in vielen Bereichen statt.
Unser gemeinsam erarbeitetes Erziehungskonzept nennt einheitliche, klare Regeln für den Umgang miteinander und das Verhalten in der Schule. Das einheitliche Verhalten der Lehrkräfte gegenüber den Schülerinnen und Schülern macht es möglich, dass konsequent und fair mit jedem einzelnen Kind umgegangen wird.
Das schulinterne Curriculum wurde arbeitsteilig von Gruppen aus dem Kollegium geschrieben und im Plenum besprochen mit der Vereinbarung es beständig durch Unterricht zu bestätigen oder zu aktualisieren. Speziell für das Fach Sachunterricht wurde ein Fundus von „Themenboxen“ angelegt, der immer wieder erweitert wird. Die Themenboxen dienen als Grundlage für die Unterrichtsplanung und stellen somit eine Arbeitserleichterung für die Lehrkräfte dar.
Damit die Kontinuität der Unterrichtsarbeit auch im Falle von Fehlzeiten der Lehrkräfte gewährleistet ist, gibt es die nach dem Vertretungskonzept getroffenen Absprachen wie stetes Bereitstellen von aktuellem Unterrichtsmaterial in jeder Klasse, Zuständigkeit der parallel unterrichtenden Kollegen, unproblematisches Übernehmen organisatorischer Maßnahmen durch den „Pultordner“.
Ein weiterer Aspekt, der eine kontinuierliche Unterrichtarbeit sichert, ist das Methodenlernen. Regelmäßig durchgeführte „Trainingsspiralen“ , die von wechselnden Lehrerteams entwickelt und in der Konferenz vorgestellt, ggf. verändert werden, werden anschließend in den einzelnen Klassen umgesetzt. Der große Vorteil eines solchen methodischen Lernens ist es, dass jede Klasse entsprechend ihrer aktuellen Jahrgangsstufe die gleichen Trainingsspiralen durchgeführt hat, also über identische Arbeitsmethoden verfügt und diese anwenden kann. So ist Kontinuität über die gesamte Grundschullaufbahn eines jeden Kindes gewährleistet und Lehrkräfte können auf die einzelnen Methoden jederzeit in ihrem Unterricht zurückgreifen, eine wesentliche Voraussetzung für das selbständige Lernen.
Die Jahrgangsstufenteams tauschen sich nicht nur regelmäßig über Unterrichtsplanung, Planung gleicher Klassenarbeiten und deren Bewertung, Ausflüge usw. aus, sie unterstützen und beraten sich auch vor oder bei Elterngesprächen oder führen sie zu zweit.
Steuerungsteams, die nach Bedarf gebildet werden, erarbeiten Teile des schulinternen Curriculums, Teilbereiche des Schulprogramms, schulinterne Konzepte oder wie oben beschrieben einzelne Trainingsspiralen.
Das Miteinander zwischen Schulleitung und Kollegium ist geprägt von verlässlichen Absprachen und gegenseitiger Transparenz. Für regelmäßigen Informationsaustausch sorgt die Infopause jeden Freitag. Kollegiumsinterne Fortbildungen schaffen eine gemeinsame Basis hinsichtlich des Kenntnisstandes über fachliche Themen und Inhalte, die den Erfordernissen, wie sie an unserer Schule bestehen, entsprechen.
Teamarbeit kann schlecht verordnet werden, sie muss erwachsen, das Klima einer Schule bestimmen, erlebt werden können, auf allen Ebenen. Strukturen und Organisationsformen pädagogischer Teamarbeit bilden sich in unserem Kollegium einmal aus den aktuellen Erfordernissen heraus, zum anderen aus persönlich bedingten Situationen und Zeitressourcen. Eine im Stundenplan festgelegte Zeitspanne für die kollegiale Zusammenarbeit gibt es deshalb nicht, das Miteinander findet aufgrund persönlicher Absprachen statt und hat sich so stets als effektiv erwiesen.
Vorherige Seite: Schulprogramm - Schwerpunkt: Fordern und Fördern
Nächste Seite: Kleine Chronik
